Deutsch (De)

(unter Arbeit)

1) Die finnische Selbstversorgerschule 

In Rasimäki, Valtimo, wird in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Kainuu (Kainuun Opisto) die erste Selbstversorgerschule Finnlands gegründet.

Wir beginnen im Frühling 2020 mit Kursen von der Dauer einiger Monate zum Thema Bauen. 

Kurse, die in die Selbstversorgung einführen, planen wir ab 2021 anzubieten. 

Der Unterricht wird vorerst nur auf Finnisch angeboten. 

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Alle sind willkommen, sich der Gruppe von Freiwilligen der Selbstversorgerschule anzuschließen!

2) Wozu braucht es die Schule? 

Wir haben mit unserem Lebensstil der Umgebung und uns selber schwerwiegende Schäden zugefügt. 

Die Voraussetzungen zum Leben sind im Schwinden begriffen. Obwohl eine Veränderung angestrebt wird, zeichnet sich ab, dass die Handlungsweisen unserer Kultur selbst das Problem sind, das gelöst werden sollte.

Wir haben Abholzungsmengen für Bäume, Grenzwerte für Gifte und Populationsstärken für Tiere festgelegt. Die Natur aber kennt keine Grenzwerte. Jede Veränderung hat Auswirkungen. Wenn wir uns den Grenzwerten nähern, sind die Auswirkungen bereits gravierend. 

Die meisten Konflikte auf dieser Welt werden direkt oder indirekt um natürliche Ressourcen ausgetragen. Selbstversorgung verringert Interessenkonflikte. 

Die Veränderung muss vornehmlich von der Basis der Bevölkerung ausgehen. Die Möglichkeiten der politischen Handlung werden überbetont. 

Die Technologie entwickelt sich parallel zur Kontrollgesellschaft. Die wachsende Abhängigkeit von der Technologie vermehrt Risiken. Der Versuch, diese Risiken zu beherrschen, treibt die Gesellschaft in die Arme des Überwachungstaats.

Tausende von Jahren hat der Mensch im Einklang mit der Natur gelebt. Das ist immer noch weitgehend möglich. Wer in Selbstversorgung lebt, leidet keinen Mangel, wenn er sie ganzheitlich betreiben kann. 

Auf der Basis von Selbstversorgung zu leben hilft, die Aufruhr unserer Zeit zu durchschauen. 

Wir können ein sinnreiches Leben leben, egal was uns die Zukunft bringt. 

ALBERT EINSTEIN:
PROBLEME KANN MAN NIEMALS MIT DERSELBEN DENKWEISE LÖSEN, DURCH DIE SIE ENTSTANDEN SIND.

3) Lehrstätte des selbstbestimmten Lebens

Das Ziel der Selbstversorgerschule von Valtimo ist es, breitgefächertes Wissen und Anleitung all denjenigen anzubieten, die an einem selbstbestimmten Leben und an handwerklichen Tätigkeiten interessiert sind. In der Schule werden alternative Handlungsweisen erlernt und entwickelt, die im Einklang mit den begrenzten Ressourcen der Natur sind. 

Vielfältiger Unterricht

In einem sechsmonatigen Unterrichtsabschnitt wird ein ganzer Anbauzyklus durchgegangen. 

Während des im Mai beginnenden Kurses wird in der Praxis gelernt, wie im eigenen Garten fast alle nötige Nahrung selbst angebaut werden kann. Ergänzt durch Unterricht in Bauen und Handwerk ergibt sich so ein umfassendes Bild der Grundbestandteilen des menschlichen Lebens. Der Unterricht ist vorwiegend praktisch. In der Schule werden die Gesetze der Selbstversorgung behandelt und Arbeitsgesamtheiten erlernt. Bei der Arbeit werden keine Maschinen eingesetzt. Das Arbeiten mit den eigenen Händen steigert das Ressourcenbewusstsein und vermittelt ein Verständnis für den ökologischen Fussabdruck von Individuen und Gesellschaften. Im Kurs lernt man verschiedene Materiale, Arbeitsmethoden und dadurch auch den eigenen Körper und sein Wohlbefinden kennen. Ein wichtiges Thema ist das Gleichgewicht von Arbeit, dem geistigen Befinden und der sozialen Interaktion. 

Während des Unterrichts ist Zeit reserviert für das Zusammensein und das Entwickeln der sozialen Fähigkeiten in der Gruppe.

In der Schule wird auch theoretischen Fragen nachgegangen wie dem Zusammenhang der heutigen Gesellschaft mit dem Energie- und Geldsystem sowie kulturellen und ethischen Fragen des Lebens. Der Kern des Unterrichts bildet die praktische Erfahrung von Lasse Nordlund und Maria Dorff aus mehreren Jahrzehnten. Der Unterricht stützt sich nicht im Wesentlichen auf traditionelle Fähigkeiten, traditionelles Bauen oder Folklore, sondern wendet jedes beliebige Wissen an, das den sinnvollen Gebrauch von Ressourcen unterstützt. Der Unterricht berücksichtigt den Klimawandel und die Veränderungen der Situation der Welt. 

In der Schule wird u.a. Folgendes gelernt:

  • Gartenbau und Kompostierung
  • Ernte, Einlagerung, Dreschen und Folgeverarbeitung
  • Sammeln von wildem Gemüse, Beeren und Pilzen
  • Grundlagen des Holzbaus, Anfänge des Blockhausbaus
  • versuchsweises Bauen, Lehm-, Stroh- und Natursteintechniken
  • Metallarbeiten, Reparatur von Werkzeugen und ihre Pflege
  • Kochen und Backen
  • Haltbarmachen von Nahrung durch verschiedene Verfahren
  • Filzen, Spinnen und Weben
  • Lederverarbeitung, Gerben, Formen und Nähen
  • Holzarbeiten und Gebrauchsgegenstände
  • Flechten, Birkenrinde- und Schindelarbeiten, Seile
  • Töpfern
  • Fertigen von Brennholz
  • Anbau und Verarbeitung von Flachs
  • Fischen
  • Wiederverwertung
  • Waldnutzung aus Sichtweise der Selbstversorgung
  • Teerbrennen
  • Selbstbehandlung mit Pflanzen
  • soziale Fähigkeiten, Lernen

Die Selbstversorgerschule ist von Religion und Politik unabhängig. Die Schule steht mit keinen nationalen Versorgungssicherheits- oder Krisenmanagementsprojekten in Verbindung.

Weitere Ziele der Schule

Lebensführung

Mit unseren Händen können wir beinahe alles herstellen, was wir brauchen! 

Die Selbstversorgerschule zeigt den Menschen die Verbindung zur Natur, zum Auskommen und zu den Grundlagen des Lebens. Diese zu verstehen und zu beherrschen stärkt das Selbstvertrauen der Menschen und verringert Beklemmung.

Heutzutage ist das Leben weitgehend aufgesplittert in viele Tätigkeitsinseln, die nicht mehr viel miteinander zu tun haben. An der Selbstversorgerschule kann eine Lebensweise erlernt werden, bei der sich die verschiedenen Tätigkeitsgebiete natürlich zu einer Gesamtheit zusammenfügen, die das Leben aufrechterhält. Diese Lebensweise vermittelt die Erfahrung von Sinnhaftigkeit und Relevanz.

Ästhetik

Die Erfahrung von Schönheit ist eine bedeutende vorwärtsführende Kraft! Wir wollen zeigen, dass Schönes quasi als Nebenprodukt des Arbeitens mit der Natur entsteht. In der heutigen Gesellschaft hat sich Schönheit ohne Grund weit vom Alltag entfernt. Dabei kann Schönheit ein Teil des (notwendigen) Arbeitens sein. 

Ästhetik ist immer auch ein Mittel gewesen, um die soziale Stellung und Reichtum zu betonen. Die heutigen Begriffe von Ästhetik bevorzugen viele Handlungsweisen, die die Natur belasten. Mit Selbstversorgung wiederum werden oft Vorstellungen der geistigen und materiellen Armut verbunden, von Abgeschiedenheit und fehlender Kreativität. Gründe dafür sind größtenteils ganz andere Umstände, nicht die Selbstversorgung selbst.

Öffnen wir uns einer andersartigen Schönheitserfahrung!

Gesellschaftliche Verantwortung 

Der Wettstreit um die natürlichen Ressourcen beschleunigt sich immer mehr und gefährdet den Frieden der Gesellschaften. Ressourcenbewusstsein gibt die Möglichkeit, sich von dieser Entwicklung zu lösen und ein friedvolles Parallelleben zu fördern. 

Wir leben in einer Zeit des weltweiten ökologischen und kulturellen Umbruchs, der das geistige und physische Wohlbefinden der Menschen auf die Probe stellt. Wir brauchen andere Lebensmodelle, die einen materiell anspruchslosen Lebensstil mit geistigem Reichtum verbinden.

Mit der Funktionsweise von Selbstversorgung haben wir historisch betrachtet die längste Erfahrung. Die heutige Gesellschaft ist im Vergleich dazu riskantes Experimentieren. 

Lesetip:

DieErde,aufDerWirStehen_3_2010

Kontakt:

Maria

omavaraopisto@gmail.com

Murtomäentie 1155

SF-75790 Rumo-Rasimäki

Telefon 044 3736277